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Herstellung von Leder

Die Herstellung von Leder erfolgt aus Tierhäuten. Dabei gibt es Unterschiede in den einzelnen Verfahren, abhängig davon, ob chemisch oder natürlich vorgegangen wird und ob traditionell oder maschinell gearbeitet wird. Insgesamt werden etliche Einzelschritte durchgeführt. Die Gerbung ist dabei der bekannteste und wichtigste Einzelvorgang.

 

Einzelschritte der Lederherstellung

Die üblichsten Einzelschritte, wie sie in der Chromgerbung erfolgen, sollen hier kurz dargestellt werden.


1. Rohaut

2. Messen und Auswählen

3. Weichen

4. Äschern/ Enthaaren

5. Entfleischen

6. Spalten

7. Beizen

8. Entkälken

9. Pickeln

10. Gerben

11. Neutralisieren

12. Abwelken/ Entwässern

13. Nachgerben

14. Sortieren

15. Falzen/ Dickenregulierung

16. Nasszurichtung

    Bleichen

    Färben

    Fetten/ Lickern

17. Weichmachen (Stollen, Millen, Walken)

18. Trocknen

   Hängetrocknung

   Vakuumtrocknung

   Spanntrocknung

   Pastingverfahren

   Hochfrequenztrocknung

19. Oberflächenbehandlung



1. Rohhaut

Zu Beginn des Lederherstellungsprozesses steht die Rohhaut, die komplett unbehandelt ist. Kann eine Rohhaut nicht sofort nach Gewinnung zu Leder verarbeitet werden, muss sie gelagert werden. Dies ist nur möglich, indem die Haut konserviert wird, da innerhalb kürzester Zeit bereits Bakterien die Haut zu zersetzen beginnen.



2. Messen und Auswählen

Am Anfang der Lederverarbeitung steht immer ein Prüfen der Rohware. Dabei werden meist per Hand, aber auch mittels Maschinen die Maße der Häute genommen. Es werden Dicken bestimmt, eventuell sogar Dichtigkeit und Festigkeit geprüft. In jedem Fall werden die Häute ebenfalls auf Makel untersucht.

Eine Kontrolle dieser Art wird im gesamten Herstellungsprozess immer wieder nötig, damit das Endprodukt allen Anforderungen zur Weiterverarbeitung entspricht.

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3. Weichen

Nachdem die Häute gelagert wurden, müssen sie anschließend wieder in einen ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden. Dies beginnt damit, dass die Häute eingeweicht werden. 

 

4. Äschern/ Enthaaren

Das Äschern hat das Ziel die überflüssigen Haare einer Haut zu entfernen und den Anteil des Fetts zu verringern. Dieser Schritt ist natürlich nur nötig, wenn die Haut ohne Haare verwendet werden soll. Bei Pelzen und Fellen fällt dieser Arbeitsschritt dementsprechend weg.

Damit ist das Äschern ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung auf den bekanntesten Arbeitsschritt des Gerbens. Früher wurde dieses Verfahren, wie der Name bereits andeutet, mithilfe von Asche durchgeführt. Heute wird dazu häufig Calciumhydroxid und Natriumsulfid verwendet. Diese Stoffe erzeugen allerdings Abwasser, das anschließend aufbereitet werden muss und nicht in die Umwelt gelangen darf.

Das Äschern ist der Arbeitsschritt, der ganz maßgeblich über die Eigenschaften des späteren Leders entscheidet. Je länger die Häute im Äscher verweilen, desto weicher wird das Leder. Soll also festes, robustes Leder entstehen, wird die Äscherzeit verkürzt. 

Nach dem Äschern sind die Haar der Oberhaut gelockert, Fleisch und Fettreste locker genug, um entfernt zu werden und von unnötigen Eiweiß- und Fettstoffen befreit. Weiter ist die Haut durch Aufquellen der Lederfasern und Hautaufschluss weiter auf das Gerben vorbereitet.  

Durch das Äschern wurden die Haare nun gelockert, so dass im Schitt des Enthaarens die Häute gänzlich entfernt werden.


5. Entfleischen

Wie bereits beschrieben, ist die Haut bereits auf das Entfleischen vorbereitet.

 

6. Spalten

Eine Haut besteht aus verschiedenen Schichten, die als Spalten bezeichnet werden. Beim Arbeitsschritt des Spaltens werden die Häute in flachere Spalten getrennt. Üblich ist die Trennung von Fleischspalt, Narbenspalt und Mittelspalt.

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7. Beizen

 Beim Beizen wird das Leder weicher und die Fasern im Leder beweglicher gemacht. Bei diesem Arbeitsschritt kommen Enzyme zum Einsatz, die verschiedene Eiweißstoffe abbauen.

 

8. Entkälken

Dieser Arbeitsschritt wird auch Entkalken genannt und ist bereits durch den Namen in Grundzügen erklärt.

9. Pickeln

Säure und Salz senken den PH-Wert der Häute und machen die Haut aufnahmefähig für den Gerbstoff.

10. Gerben

Gerben ist der Begriff, der den eigentlichen Wandel der Haut zu Leder beschreibt. Bisher lag eine Haut vor, die native Eiweiße enthielt und damit noch organisches, sich schnell zersetzendes Material war. Durch die Gerbung werden nun die Proteine fixiert und vernetzt, sodass eine Stabilisierung erfolgt, die das Leder weniger anfällig macht.

Der eigentliche Gerbvorgang erfolgt bei der verbreiteten Chromgerbung durch Zusatz von Chromsalz (III-wertig). Bei anderen Gerbarten werden verschiedenste andere Stoffe verwendet, die sowohl natürlich, als auch synthetisch oder chemisch sein können.

 

11. Neutralisieren

Bei der Neutralisierung werden die Häute im ph-Wert auf die nachfolgenden Schritte ausgerichtet.

 

12. Abwelken/ Entwässern

Das Abwelken hat zum Ziel die Häute vom Wasser zu befreien. Dazu werden die Häute zwischen zwei Walzen ausgepresst.

 

13. Nachgerben

Das Nachgerben bezeichnet den Vorgang, der die Haut noch einmal einem Gerbvorgang unterzieht. Ziel ist es, die Häute vor allem in optischer und haptischer Hinsicht zu optimieren. Je nach späterer Nutzung können bei der Nachgerbung die Häute für besondere Zurichtungen bereit gemacht werden. Es können beispielsweise die Weichheit, die Sichtbarkeit der Narbenstruktur, die Lichtechtheit, die Farbgebung, das Gewicht, die Stabilität und Färbbarkeit beeinflusst werden.

14. Sortieren

Der scheinbar simple Schritt der Sortierung der Häute ist ähnlich wie der erste hier beschriebene Schritt ein Schritt, der ständig erneut erfolgen muss und sehr bedeutsam. Die Kontrolle der Häute erfolgt in Hinblick auf Risse, Größe, Narbenfehler, Festigkeit, Parasitenbefall usw. Anschließend kann das Leder nach Qualität sortiert werden.

15. Falzen/ Dickenregulierung

Erfüllen die Häute nach der Kontrolle nicht die Ansprüche in der Dicke oder sind uneben, werden sie durch die Eingabe in eine dafür ausgelegte Maschine glattgehobelt. Die abgehobelten Lederreste werden häufig zusammengefügt als günstiges Polsterleder weiterveräußert.

16. Nasszurichtung

Als Nasszurichtung gelten die Schritte Bleichen, Färben und Fetten.

    Bleichen

Beim Bleichen des Leders werden unerwünschte Verfärbungen oder ungleiche Farbgebungen angepasst.

    Färben

Anschließend kann das Leder dann in gwünschter Farbgebung gefärbt werden. Es ist je nach Methode möglich mit natürlichen oder auch chemischen Mitteln zu färben.

    Fetten/Lickern

Das Fetten von Leder wird als Möglichkeit das Leder weicher zu machen, angewendet.

17. Weichmachen (Stollen, Millen, Walken)

18. Trocknen

   Hängetrocknung

   Vakuumtrocknung

   Spanntrocknung

   Pastingverfahren

   Hochfrequenztrocknung

19. Oberflächenbehandlungen

 



Beispielhaft kann die Ledergewinnung in einer Fotostrecke dargestellt werden, wie sie ähnlich auch für unsere Gusti-Leder-Studio-Produkte erfolgt.



zusätzliche Quellen: https://www.leder-info.de, Zugriff am: 15.06.2018, https://www.leder-info.de/index.php/Gerbung, Zugriff am: 02.07.2018.